Vom Wüstensand der Emirate über den Oman, durch den Suezkanal ins Mittelmeer und weiter bis nach Spanien: 22 Nächte, bei denen man abends an Deck steht und wirklich spürt, wie weit man an einem Tag gekommen ist. Eine Transreise, wie sie im Buch steht.

Dubai

Der Start ist erstaunlich unkompliziert: Vom Dubai International Airport sind es nur rund 16 Kilometer bis zum Kreuzfahrthafen Port Rashid, mit dem Taxi eine gute halbe Stunde. Kein halber Tag im Bus – man landet, fährt kurz und steht vor dem Schiff.

Zwei Tage hatten wir in Dubai, und die braucht ihr auch. Glas, Gold, Wolkenkratzer, dazwischen die alten Souks am Creek. Unser Highlight war der Blick auf The Palm: Vom Hafen sind es rund 30 Kilometer bis zum Atlantis an der Spitze der Palmeninsel. Wer sie von oben sehen will, nimmt die Monorail, die alle 15 Minuten vom Festland bis zum Atlantis fährt. Von da oben versteht man erst, wie irrsinnig dieses Bauwerk ist.

Und dann das Auslaufen am Abend, die beleuchtete Skyline im Rücken. Das vergisst man nicht.

Abu Dhabi

Statt Sightseeing haben wir hier die vorgelagerte Badeinsel Lulu Island gewählt – genau die richtige Entscheidung. Die Insel liegt nur etwa 500 Meter vor der Corniche, die Bootsfahrt dauert 15 Minuten und kostet rund 35 AED (etwa 9 Euro), Kinder unter fünf fahren frei. Geöffnet täglich von 8 bis 20 Uhr.

Lange Strände mit strahlend weißem Sand, türkises Wasser, Liegen und ein paar kleine Cafés. Das Schönste ist der Kontrast: barfuß im warmen Sand stehen – und gegenüber ragt die komplette Skyline von Abu Dhabi aus dem Dunst.

Muscat

Der Oman ist noch einmal eine andere Welt: leiser, traditioneller, mit einer Herzlichkeit, die einen sofort einnimmt. In Muscat haben wir das klassische Dreierpaket gemacht:

Die Sultan-Qaboos-Moschee, ein Meisterwerk moderner islamischer Architektur mit einem der größten handgeknüpften Teppiche der Welt und einem gewaltigen Swarovski-Kronleuchter. Zwei Hinweise: Besuch nur vormittags (in der Regel 8 bis 11 Uhr), und die Kleiderordnung ist streng – lange Ärmel, lange Hosen bzw. Röcke, für Frauen ein Kopftuch. Packt es vorher ein, dann gibt es vor Ort keine Diskussion.

Der Mutrah Souk, ein Labyrinth aus schmalen Gassen. Es duftet nach Weihrauch und Gewürzen, an den Ständen hängen Silberschmuck, Khanjars, Kupfer- und Lederarbeiten. Achtung: nachmittags Mittagspause. Und handeln gehört dazu, freundlich und mit einem Lächeln.

Der Al-Alam-Palast mit seiner Fassade in Blau und Gold. Hinein kommt man nicht, aber der Fotostopp am Tor ist Pflicht – dahinter die kargen Hadschar-Berge.

Salalah

Der Gegenentwurf zu Muscat: grüner, fast tropisch. Der Hafen liegt allerdings 15 bis 20 Kilometer außerhalb, ihr braucht Shuttle, Taxi oder einen gebuchten Ausflug.

Salalah lebte schon vor 3.000 Jahren vom Weihrauch, und man merkt es bis heute. Im Al-Husn-Souq findet ihr Weihrauch, Parfüms und omanisches Kunsthandwerk – dort gibt es das Mitbringsel. Sehenswert ist außerdem Al-Baleed, der antike Weihrauchhafen und heute UNESCO-Welterbe, mit dem Museum of the Frankincense Land.

Der Suezkanal

Der heimliche Höhepunkt. 163 Kilometer zwischen Suez und Port Said, elf bis sechzehn Stunden, immer im Konvoi. Unterwegs geht es durch den Großen und den Kleinen Bittersee, wo sich die Konvois begegnen.

Das Gefühl lässt sich schwer beschreiben: Man steht an der Reling, links Wüste, rechts Wüste, und wenn man die Fahrrinne nicht sieht, sieht es aus, als würden die Schiffe einfach durch den Sand fahren. Am frühen Morgen kommt die Sonne als roter Ball hinter den Bergen hoch. Steht früh auf an diesem Tag. Wirklich.

Blick vom Schiff auf die Fahrrinne des Suezkanals, links und rechts nur Wüste

Ashdod

Der erste Stopp im Mittelmeer, rund 32 Kilometer südlich von Tel Aviv. Für die meisten ist Ashdod das Tor nach Jerusalem – wir haben stattdessen einfach die Stadt selbst angeschaut, und das lohnt sich mehr, als man denkt: ein über acht Kilometer langer Strand mit puderfeinem weißen Sand, der Ashdod Yam Park direkt an der Küste und im Süden die Ruine der Kastellburg Chastel Béroard aus dem 10. Jahrhundert. Kein Pflichtprogramm, kein Zeitdruck. Nach den intensiven Tagen davor war das genau richtig.

Heraklion

Kreta – und einer der praktischsten Häfen überhaupt. Von den Piers sind es nur ein bis zwei Kilometer bis zur venezianischen Festung Koules und in die Altstadt, alles zu Fuß machbar. Die Koules stammt von 1523 bis 1540, oben gibt es eine Aussichtsplattform mit Blick über den alten Hafen. Windig, aber grandios.

Gegenüber dem alten Hafen beginnt die Straße des 25. August, eine Fußgängerzone, die schnurgerade zur Platia Venizelou mit dem Morosini-Brunnen führt – von allen nur Löwenbrunnen genannt. Setzt euch dort hin, bestellt einen Freddo Espresso und lasst die Stadt an euch vorbeilaufen. Mehr Programm braucht Heraklion nicht. Am Abend ging es weiter Richtung Piräus.

Piräus und die Akropolis

Die Anreise ist einfacher als gedacht: Seit 2022 fährt die blaue Metrolinie M3 direkt von Piräus bis Monastiraki, ohne Umsteigen, von dort sind es zehn Minuten zu Fuß bis zum Eingang der Akropolis. Ein Einzelticket kostet 1,20 Euro und gilt 90 Minuten.

Und dann steht ihr oben vor dem Parthenon, und unter euch liegt ganz Athen. Ein Tipp aus Erfahrung: früh losfahren. Vormittags ist es kühler und leerer, Schatten gibt es oben kaum. Kopfbedeckung, Wasser und festes Schuhwerk – der Marmor ist glatt.

Der Parthenon auf der Akropolis in Athen, teilweise eingerüstet

Cagliari

Die schöne Überraschung dieser Reise. Kostenlose Shuttlebusse bringen euch bis zur zentralen Piazza Matteotti, ab da ist alles zu Fuß machbar. Die Altstadt Castello thront hinter dicken Mauern auf einem Hügel, in 15 Minuten über eine Treppe erreichbar – wer nicht steigen mag, nimmt den Aufzug an der Bastione di Saint Remy. Die Aussichtsterrasse dort oben ist einer der schönsten Plätze der ganzen Reise: unter euch die Dächer von Cagliari, dahinter der Golf.

Enge Gassen, warme Farben, kleine Bars, in denen ihr für wenig Geld richtig gut esst. Ihr braucht hier keinen gebuchten Ausflug, nur Zeit.

Barcelona

Hier ein Tipp, der bares Geld spart. Die großen Schiffe liegen am Adossat-Kai, zwei bis drei Kilometer vom Zentrum – zu weit zum Laufen. Statt eines teuren Transfers nehmt ihr den blauen Cruise Bus (T3) direkt bis zum Kolumbusdenkmal am unteren Ende der Rambla. Einfache Fahrt 3,00 Euro, hin und zurück 4,50 Euro. Wichtig: Tickets gibt es nur im Bus und nur gegen Bargeld.

Vom Denkmal seid ihr in einer Minute auf der Rambla, und ab da läuft es von allein – die Prachtstraße hinauf, links und rechts die imposanten Bauten der Altstadt. Auf keinen Fall auslassen: die Markthalle Mercat de la Boqueria, direkt an der Rambla, vom Kolumbusdenkmal rund zehn Minuten zu Fuß. Ein Farbrausch aus Obst, Schinken, Fisch und Meeresfrüchten, dazwischen kleine Tapasbars zum Durchprobieren. Am Vormittag ist die Auswahl am größten.

Und wie in jeder großen Touristenmeile gilt: Tasche vorne tragen, Wertsachen bleiben im Safe an Bord.

Palma de Mallorca – und ab nach Hause

Zum Schluss lief die AIDAcosma in Palma ein, und von dort ging es zurück in die Heimat. Genau das macht so eine Transreise aus: Ihr startet in einer Welt aus Wüste, Weihrauch und Wolkenkratzern und kommt in einer an, die sich anfühlt wie ein Stück Zuhause.

Mein Fazit

Eine Transreise ist etwas anderes als eine klassische Rundreise. Mehr Seetage, Ziele, die ihr sonst nie in einer Reise kombinieren würdet – und vor allem Zeit. Wenn ihr Kreuzfahrt nicht als Abhaken versteht, sondern als Reisen: Ja, das ist etwas für euch.

Fragen zu einzelnen Häfen, zu Ausflügen auf eigene Faust oder dazu, welche Kabine sich auf so einer langen Strecke lohnt? Meldet euch einfach. Ich bin persönlich dran, wie immer.